** modus: duale erniedrigung *

bier
I know it won’t be ok: das Anti-Sixpack aus Bier und Kaffee

(mh; „…“) verachtung und erniedrigung gehen seit jeher einen engen gemeinsamen weg, wenn es darum geht, möglichst radikal und wirksam gegen soziale oder kulturelle errungenschaften vorzugehen. eigentlich ist es gänzlich unmöglich das eine ohne das andere auszusprechen oder auch nur zu denken. abstufungen mag es hierbei nur bezüglich des betreffenden objektes und der intensität geben. geht es um physische vernichtung, im zuge weit verbreiteter sozial-pathogener phobie gegen „anderes“ und „andere“, sind dabei die klassischen mittel des brandsatzes und der einwirkung von stumpfer gewalt nicht fern.
es geht allerdings auch unberechenbarer und feingliedriger, im sinne einer doppelten strategie: zwei objekte auf augenhöhe gegeneinander ausspielen und dabei diesen vorgang in all seiner perversion unter dem deckmantel des klassisch modernen und marktwirtschaftlichen mantras des „anything can go“ bzw. „wo ein markt – da ein produkt“ abparken und als grandiose erweiterung einer bestehenden produktpalette verkünden. die halsschlagader zeigt den rapide steigenden puls an, die hand ballt sich zu faust und das kniegelenk ist willens den fuss samt des daran befestigten stiefels in das warensortiement zu jagen. auch gewinnt die option des öffentliche blosstellenes deutlich an berechtigung, muss doch jenes wirtschaftliche credo in den markt eine individuelle ensprechung in irgendeinem traurigen leben haben, geführt zwischen solarium, fitnessbude, großraumdisko und geschmacksverstärkern: wer kauft diese scheisse, wie sieht so ein verfluchter konsument aus?
es ist die selbstverständlichkeit der verachtung und erniedrigung zweier hoher kultureller erungeschaften sowie die zufälligkeit des auffindens, die einem hierbei die furcht den rücken hochtreibt. zu was sind lebensmittelchemiker ausserdem noch fähig? zu was stiftet die beliebigkeit einer gesellschaft diese wahnsinnigen sonst noch an?

…………………………………………………………………….………….„My generation sucks!“
Turbonegro // Hobbit Motherfuckers