Archiv für März 2009

The Shalit Debate

1006 Tage sind nun vergangen seitdem der israelische Soldat Gilad Shalit von der Hamas entführt wurde. 1006 Tage an denen in der israelischen Öffentlichkeit darüber diskutiert wurde, wie mit der Situation umzugehen sei. Nun, am Ende der Amtszeit des amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert erreicht diese Debatte einen neuen Höhepunkt. Gerne würde dieser vor seiner Ablösung durch Benjamin Netanjahu jenen jungen Mann zurück in die Freiheit holen, der längst zu einer Symbolfigur geworden ist. Überall im ganzen Land hängen Transparente und Aufkleber mit dem Konterfei Gilad Shalits und vergangene Woche fand eine einwöchige Mahnwache in Jerusalem statt um den Druck auf die PolitikerInnen zu erhöhen, endlich die Freilassung des 22jährigen zu erreichen. In der Jerusalem Post von vergangenem Sonntag fragte ein Leserbriefschreiber wie es möglich sei, die Operation Entebbe 1976 siebe Tage nach der Entführung des Airbus erfolgreich durchzuführen, einen einzelnen Soldaten aber auch fast drei Jahre nach dessen Entführung nicht aus den Händen der IslamistInnen befreien zu können.
Darüber, dass alles dafür getan werden muss, um Gilad Shalit lebend nach Israel zurückzuholen, sind sich alle einig, die Frage aber, ob es gerechtfertigt ist, dafür 450 palästinensische Gefangene freizulassen, unter denen sich auch zahlreiche wegen Anschlägen verurteilte Terroristen befinden, wie es die Hamas fordert, spaltet die israelische Gesellschaft.
Die einen argumentieren, es müsse dabei bleiben, dass jedes Mittel recht sei um das Leben israelischer BürgerInnen zu retten, die anderen warnen vor den möglichen Opfern von durch freigelassenen Terroristen verübten Anschlägen.
In den kommenden Tagen wird sich zeigen, welchen Weg die noch amtierende Regierung einschlagen wird um zu einem Deal mit der Hamas zu kommen, die ihrerseits keinerlei Kompromissbereitschaft zeigt. Nur eines ist jetzt schon klar: letztendlich kann sie dabei nur verlieren.

Ahmed & Salim Ep. 5

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