Archiv für Januar 2009

Ahmed & Salim

Widerstand – mal ganz anders

„Je höher die Arbeitslosigkeit und damit die Angst um den Job ist“ weiß man bei Capital (Ausgabe 13/08), „desto niedriger der Krankenstand.“ So weit, so gut fürs Kapital, mag mancher Denken. Pustekuchen!

US-amerikanische Studien belegen, dass die Krankheit von sog. Arbeitnehmern (also Leuten die ihre Arbeit geben) den Arbeitsgebern (also denen die Arbeit nehmen) pro Beschäftigten und Jahr 27 Arbeitstage kosten. Ein Drittel aufgrund krankheitsbedingter Abwesenheit, auch Absentismus genannt. Zwei Drittel – und jetzt wird’s lustig – sind dem Präsentismus, der Anwesenheit trotz krankheitsbedingt eingeschränkter Arbeitsfähigkeit geschuldet.

Da quälen die Arbeitskraftbehälter sich in die Arbeit um diese nicht zu verlieren und hoffen, dass der gute Wille honoriert wird und richten dabei nur Unheil an: Sie brauchen länger, bauen Mist am Arbeitsplatz und mache aus ihren Krankheiten chronische Leiden. Eine Studie der Henkel AG belegt: Absentismus verursacht 3,5 Prozent Produktionsverlust, Präsentismus 11 Prozent.

Im Gegensatz zu den 18 Arbeitstagen die die Anwesenheit trotz Krankheit das Kapital kostet, fällt der Schaden den das Blaumachen verursacht gering aus: Gerade mal einen Tag kostet die Unlust zu Arbeiten pro Jahr und Mitarbeiter. Dass diejenigen die krank in die Arbeit rennen mehr Schaden produzieren als die Blaumacher kann für den innerbetrieblichen anti-kapitalistischen Kampf nur bedeuten: Krank in die Arbeit rennen ist der neue Widerstand. Weitersagen!

Das Land der Dichter und Denker 2009

Weimar, 10.Januar 2009

Without any comment II

„Ich stell mir das ganze immer als Nachbarschaftsstreit vor!

Wenn also mein Nachbar, weil ich wieder mal das Auto falsch geparkt habe, zu mir kommt und mich erschiesst!
(Natürlich ist das überspitzt)“

(aus einem deutschen Forum zur Erklärung des israelische Gaza Einsatzes)

Schlimmer als erwartet

So wie in Augsburg gibt es Demonstrationen dieser Art leider fast überall. Der Unterschied ist, dass zu Demonstrationen, auf denen so offen gegen Israel und die USA gehetzt wird, andernorts nicht von städtischen Einrichtungen aufgerufen wird.
Das Ziel des Augsburger Ausländerbeirat, als beratendem Gremium der Stadt Augsburg ist es, die Integration zu fördern und die „Benachteiligung von Migranten im alltäglichen Leben“ zu bekämpfen. Wie diesen lobenswerten Zielen mit einer Demonstration gedient sein soll, auf der Kinder symbolisch ein ermordetes Palästinenserkind tragen und so auf den Hass gegen Israel eingeschworen werden, muss ein Rätsel bleiben.

Zweite Pressemitteilung des „Augsburger Zusammenschlusses gegen Antisemitismus und Antizionismus“ zu den antiisraelischen Aktionen in Augsburg, die scheinbar noch um einiges schlimmer verliefen als bereits nach den Ankündigungen vermutet wurde.