Archiv für Dezember 2008

Jüdisches (Schutz-)Viertel im Jemen

Laut eines Berichtes der ynet-News plant der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh am Stadtrand von San‘a, der Hauptstadt des arabischen Landes, ein bewachtes Viertel für Jüdinnen und Juden zu errichten, um sie so vor dem virulenten gewalttätigen Antisemitismus zu beschützen.
Vor zwei Wochen wurde in San‘a Moshe Yaish-Nahari erschossen, nachdem sein Mörder ihm zugerufen hatte: „Jude, akzeptiere die Botschaft des Islam“.
Seit seinem Tod berichteten Dutzende Jüdinnen und Juden aus der Provinz Umran, Todesdrohungen erhalten zu haben und Opfer von gewalttätigen Übergriffen geworden zu sein.

Merry X-Mas / Happy Chanukkah

Es geht darum, sich die religiösen Feste anzueignen und als ausschweifende Feste des Konsums aufrechtzuerhalten. Familienfeierlichkeiten, Kirchenbesuche und hässliche Dekoration müssen diesem Zwecke natürlich weichen.
In diesem Sinne: übersteht die Feiertage gut, Silvester kommt bestimmt.

Avoid the shoes for a better world

Without any comment

Hier könnt ihr euch selbst testen.

Ein Vorgeschmack des Aufstandes

Griechenland gehört mit Ausnahme der beiden Wirtschaftszentren Athen und Thessaloniki zur wirtschaftlichen Peripherie Europas. Auch in diesen Städten ist das Elend großer Bevölkerungsteile jedoch offensichtlich, Menschen wohnen in abbruchreifen Häusern unter erbärmlichen Bedingungen, illegalisierte Flüchtlinge sind dazu gezwungen auf der Straße zu leben, in ständiger Angst von der Polizei kontrolliert und abgeschoben zu werden.
Der Staat ist geprägt von Familienclans und alten Seilschaften, eine wirkliche Demokratisierung hat auch nach dem Ende der Militärdiktatur nie stattgefunden.
Schon der kapitalistische Normalzustand bietet also wenig Grund zur Zufriedenheit, in Zeiten der Krise jedoch verschärft sich die Situation noch einmal. Der Tod eines Jungen, der von einem Polizisten erschossen wurde, war also wohl nur einer von vielen möglichen Anlässen zum Aufstand der Massen, wenn auch ein nachvollziehbarer.
Die Form aber, in der sich dieser Protest gegen die herrschenden Zustände äußert, ist ein Abbild der geistigen Verfasstheit breiter Teile der bürgerlichen Gesellschaft, in der Bürgerlichkeit als Lebensform mit all ihren zivilisatorischen Mindeststandards aber auch mit ihren Zwängen und Unterdrückungsmechanismen zum Fortschrittlichsten gezählt werden muss, was es gibt. Blinde Zerstörungswut treibt die Massen an, und es ist eben nicht so, wie einige krawallbegeisterte Linke behaupten, dass die Bevölkerung nun plötzlich für ihre Sache kämpfen würde und ein Bewusstseinswandel stattgefunden habe, sondern die Sache der Linken war schon immer die Sache der frustrierten VolksgenossInnen: die Zerstörung um der Zerstörung Willen, der Hass auf Reichtum und Wohlstand und die Forderung nach effektiverer Ausbeutung durch einen effizienten Souverän ohne Umwege über privatwirtschaftliche Akteure.
Die Tatsache, dass sich die Krawalle nun auf andere europäische Staaten ausbreiten zeigt, dass es keineswegs „nur“ um den Protest gegen offene staatliche Gewalt und Repression in Griechenland, sondern um Kanalisierung der bestehenden und vollkommen verständlichen Unzufriedenheit in destruktive Energie geht, die bestenfalls nichts als einige zerstörte Automobile und Häuser bewirkt und schlimmstenfalls gesellschaftliche Zustände schafft, in denen der Mensch nicht einmal mehr als ArbeitskraftbesitzerIn ihre bzw. seine Existenzberechtigung findet.
Noch ist unklar, wie sich die Welt in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln wird, vollkommen klar ist aber, dass eine Ausweitung der Krise keinen Anlass zu freudigen Erwartungen gibt, solange der kapitalistische „Normalzustand“ in Zeiten zwischen den Krisen als beste aller möglichen Gesellschaftsformen wahrgenommen wird und sich der Protest gegen den Reichtum der anderen statt gegen das eigene Elend richtet und stets einhergeht mit dem Ruf nach einem starken (Volks-)Staat, der den Rechtsstaat ablösen und so den Volkswillen zur Vollstreckung bringen soll.